Daten löschen

Wie bei vielen anderen auch liegen bei mir zuhause inzwischen mehrere externe Festplatten rum. Die Auswahl reicht von kleinen 80GB bis zu 1,5TB Brummern. Speicher kostet ja nichts. Und wie es oft so ist kopiert man die alten Daten einfach auf neue Datenträger. Zeit zum Sichten und Ordnen der Daten hat man sowieso nie und so kommt es, dass immer mehr Redundanz und ein grandioses Chaos entstehen. Nun ist Redundanz im Sinne der Datensicherheit ja gar nicht mal verkehrt, Chaos aber kann zu einem Problem werden.

Meine Festplatte ist mein Gedächtnis.

Ich habe Daten von Anbeginn meines Computerlebens. Und wenn ich mal wieder darüber stolpere macht sich auch gleich ein heimeliges, melancholisches Gefühl breit.

Das waren nocht Zeiten… ah, meine ersten MP3s, hier ein OpenOffice Dokument aus der Beta-Phase, dort Spielstände von Indiana Jones – Fate of Atlantis.

Und je weiter ich zurückggehe desto tiefer werden die Ordnerstrukturen. Ich habe wirklich alles aufgehoben: Textentwürfe, Rohmaterial für Videoschnitt, Projektdateien, Falsch belichtete Fotos…

Vor kurzem hat sich eine neue Speichereinheit in mein heilloses Durcheinanger eingereiht. Eine 1TB Netzwerkfestplatte. Schön, der Anblick einer leeren Festplatte, nicht wahr? Dann fange ich mal an alle Daten von den anderen Platten zu übertragen. Doch halt! Möchte ich wirklich wieder genauso vorgehen wie bisher? Alles gespeicher zu haben ist schön, aber was man nicht findet ist als wäre es nicht vorhanden. Ein gutes Archiv ist eines, dass nur gute Daten enthält. Das Löschen von schlechten Daten (z.B. die schon genannten Fehlbelichtungen, die ich sowieso nie wieder anrühre, oder die Speicherstände für Spiele die auf meiner Maschine gar nicht mehr laufen) verbessert die Qualität eines Archives, da man schneller gute Informationen findet.

Das also ist mein Plädoyer für mehr Mut im eigenen Datenhaushalt. Löschen kann lohnen.